Unser Umzug mit Kindern liegt nun schon knapp 8 Wochen zurück. Im Nachhinein habe ich oft überlegt, was man hätte besser machen können, was gut geklappt hat und was nicht. Es gab keine größeren Katastrophen (die Buben sind 2,5 und 8 Monate) und deswegen habe ich eine kleine Liste zusammen gestellt, was für uns wichtig war und gut funktioniert hat.

Vorbereitung ist alles!

Überraschung – das hätte wohl keiner erwartet. 😉 Nein, ernsthaft: wir haben frühzeitig angefangen das, was wir definitiv nicht mehr brauchen, schon in Kartons zu verstauen. Beispielweise alle Dinge aus den Schränken im Flur, diverse Keramik aus der Küche, Gläser aus der Vitrine, Bücher, diverse Kleidung, Spielzeuge mit denen die Kinder nicht so oft spielen, … Ab damit in Kartons. Und was man nicht mehr benötigt: wegwerfen, verkaufen, verschenken. Blos keinen unnützen Ballast mitnehmen! 10 Wochen vorher habe ich begonnen, die ersten Sachen einzupacken, und genau das hat sich als goldrichtig erwiesen.

Mit den Kindern über die Veränderung sprechen

Den Kleinsten hat es noch nicht wirklich interessiert, dass wir umziehen. Hauptsache er ist bei Mama und der Milchbar, alles andere ist egal. Der Große hat aber durchaus schon verstanden, worum es da geht, also haben wir ihm erklärt, was ihn erwartet. Ein entscheidender Vorteil bei uns: wir sind in eine Wohnung gezogen, die nur etwa 500m von unserer alten entfernt liegt. Diesbezüglich gab es also keine großen Veränderungen für ihn, was das Umfeld betrifft und auch das hat sicherlich für einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Sollte der Umzug mit Kindern in eine neue Stadt oder gar Bundesland von statten gehen, dann ist ein Gespräch natürlich umso wichtiger! Was hilft dem Kind vielleicht, die Veränderung positiv zu sehen? Gibt es einen Garten, wohnt man näher am Badesee, gibt es einen tollen Spielplatz um die Ecke oder haben Mama und Papa mehr Zeit im Alltag weil der Arbeitsweg vielleicht kürzer ist?

Umzug mit Kindern

Die neue Umgebung kennen lernen

Wie bereits erwähnt hat bei uns kein richtiger Umgebungswechsel stattgefunden. Trotzdem sind wir oft zur Baustelle gegangen und haben geschaut, wie weit die Bauarbeiter vorangekommen sind. Immer wieder haben wir dem Großen gezeigt, wo unsere neue Wohnung ist oder sein neues Zimmer. Auch bei einem Wohnortwechsel, der mit einer größeren Distanz verbunden ist, ist dies sicherlich sehr förderlich.

Große Aufgaben abgeben

Bislang haben wir alle Umzüge selbst gewuppt: Transporter mieten und am Wochenende die Kumpels bestellen. Mit Kindern ist das aber nicht mehr so einfach. Darum haben wir uns dieses Mal für ein Umzugsunternehmen entschieden. Klar sind die nicht gerade günstig, aber man kann sich nicht gleichzeitig um das Schleppen der Möbel und die Betreuung der Kinder kümmern. Wer auch noch einen Groschen in der Tasche hat, um jemanden für den Auf- und Abbau der Küche zu bezahlen (oder gleich eine Einbauküche zu kaufen): absolut lohnenswert, denn die Küche fertig zu machen ist ein totaler Zeitfresser. Trotzdem haben wir es dieses Mal selbst gemacht, dann ist es jedoch wichtig, sich tatkräftige Unterstützung zu holen.

Das neue Zimmer

Mir war es sehr wichtig, dass das Zimmer des Großen bereits am Umzugstag (nahezu) fertig ist und er all seine Spielsachen bei sich hat. Keinesfalls wollte ich, dass er in einem chaotischen Raum schläft, in dem auch noch Dinge „fehlen“ – das hätte ihn vermutlich ganz schön aufgewühlt. Er sollte sich gleich wie zu Hause fühlen und das hat auch wirklich gut geklappt. Wir haben zwar nicht gleich alle richtigen Kisten gefunden, aber das Zimmer war ordentlich und die wichtigsten Dinge vorhanden. So hatte er auch einen Rückzugsort, wenn es ihm im Kistengewimmel zu viel wurde. Weiterhin ist es wichtig, das Kind nicht mit vollkommen neuen Möbeln zu „überraschen“. Soll das Zimmer im Zuge des Umzuges neu gestaltet werden, so kauft man die neue Einrichtung entweder vorher, oder etwas später.

Die Kinder involvieren

Viele handhaben es bei einem Umzug so, dass die Kinder für einige Tage zu den Großeltern gegeben werden (was natürlich absolut in Ordnung ist!). Der Große (und der Kleine selbstverständlich auch) haben allerdings noch nie auswärts genächtigt. Sie für mehrere Tage abzugeben war also keine Option. Mir war es wichtig, dass sie dabei sind und den Umzug miterleben: klar ist es stressig; für groß und klein! Trotzdem gehören sie zur Familie und so sind ja auch sie davon betroffen. Wir haben den Großen am Umzugstag wie gewohnt zur Kita gebracht, bevor die Möbelpacker kamen. Der Kleine blieb bei mir (in der Trage). Am Nachmittag haben wir den Großen zur gewohnten Zeit abgeholt und haben gemeinsam Kartons in der neuen Wohnung ausgepackt und gespielt. So war es für uns alle in Ordnung und ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass es „zu viel“ für ihn ist.

Die erste Nacht im neuen zu Hause

Es ist wichtig, sich gerade an diesem ersten Abend besonders viel Zeit für die Kinder zu nehmen. Wenn die Küche noch nicht fertig ist, kann man beispielsweise etwas zu Essen bestellen. Wir haben wir gewohnt am Esstisch gegessen (etwa zur gleichen Zeit wie sonst) und im Anschluss unser gewohntes Ritual vollzogen. Der Große brauchte natürlich ein bisschen mehr Zeit, um herunter zu kommen, aber das war auch zu erwarten. Als sein Redebedarf gestillt war, ist aber auch er eingeschlafen.

Umzug mit Kindern

Zeit zum Ankommen geben

Es dauerte tatsächlich ein paar Tage, bis es dem Großen in der neuen Wohnung wirklich gefiel – kein Wunder, denn es war zugegeben wirklich extrem chaotisch. Trotz Kartonbeschriftung standen diese leider nicht dort, wo sie hin gehörten. Ein ewiges Suchen, begleitet von hin und her räumen, begann. Er brauchte zwei/drei Tage, sagte dann aber von sich aus, dass es ihm in der neuen Wohnung gefällt. In dieser Zeit (es war gerade Ostern) sind wir nicht nur zu Hause im Chaos geblieben, sondern haben auch bewusst etwas Schönes unternommen, damit er ein bisschen Ablenkung hat.

Ansprüche herunter schrauben

Bei einem Umzug mit Kindern sollte man sich vielleicht einmal öfter vor Augen führen, das manche Dinge nicht immer so funktionieren, wie man es sich vielleicht vorstellt. Klar würde man gern gleich am ersten Abend noch schnell eine Lampe aufhängen oder bis in die Nacht Kartons auspacken – das funktioniert aber gerade dann leider nicht (weil es vielleicht zu laut wäre und die Kinder wecken würde oder der Nachwuchs noch ein bisschen mehr Einschlafbegleitung braucht…). Oft ist das besonders für die Väter ziemlich schwierig, zu akzeptieren. Darum: den Liebsten dran erinnern, einen Gang runter zu schalten und stattdessen am Abend ein bisschen entspannen – denn so ein Alltag mit Kindern wird durch einen Umzug definitiv nicht entspannter!

 

So haben wir unseren Umzug mit Kindern ganz gut über die Bühne bekommen. Größere Katastrophen blieben aus und die beiden Buben haben sich gut eingewöhnt. Auch jetzt ist natürlich noch nicht alles fertig (leider!), aber es wird. Ganz allmählich, nach und nach.

Habt ihr noch weitere Tipps für einen Umzug mit Kindern? Was hat bei euch gut geklappt bei der Umstellung? Verratet es mir gern in den Kommentaren!

Liebste Grüße,

Juli

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