Zum Welthebammentag möchte ich danke sagen – doch nicht nur meiner Hebamme, auch all den anderen da draußen, die jeden Tag so eine wertvolle Arbeit leisten: neues Leben und (frischgebackene) Mütter begleiten.

 

Die erste Zeit ohne meine Hebamme – das kann und will ich mir gar nicht vorstellen. Man denkt ja schon mal ganz leichtfertig, wenn man schon ein Kind hat, dass es beim Zweiten ganz wie von selbst laufen wird. Weil man ja Erfahrung hat. Und wisst ihr was? Das ist absoluter Quatsch. Denn das Leben – und diese kleinen Babys – haben immer eine Überraschung parat.

welthebammentag

Ohne meine Hebamme wäre ich bei meinem schlecht zunehmenden Baby auf meinen Kinderarzt angewiesen gewesen, der mir bestimmt zum Zufüttern geraten hätte. Da bin ich mir sicher. Nein, stattdessen wurde ich bei jedem Besuch immer wieder aufs Neue ermutigt, fleißig zu pumpen, damit die Milch in Gang kommt. Und das tat ich – obwohl es ehrlich gesagt teilweise sehr zermürbend war. Aber ich wollte nicht aufgeben, weil diese Frau an mich glaubte und mir immer wieder Mut machte. Und dafür bin ich ihr wirklich dankbar, denn auf Pre konnten wir trotz kurzzeitigem Gewichtsstillstand verzichten und mit fast 9 Monaten wird der kleine Mann noch immer gestillt.

Man muss schon eine wirklich Passion für diesen Job mitbringen – und die hatten bisher wirklich alle Hebammen, die ich in meiner Zeit als Mutter kennen lernen durfte. Egal, was für ein Problem man hat – diese Frauen haben immer einen Rat (der in 99% der Fälle auch noch hilft!). Jederzeit hätte ich sie anrufen, ihr schreiben können – und jederzeit hätte sie so schnell wie möglich zurück gerufen oder wäre im Notfall vorbei gekommen. Auch am Wochenende. Ein Job ohne Feierabend. Und von all den Malen, die meine Hebamme länger geblieben ist, einfach, um ein bisschen mit mir reden zu können, mich aufzubauen – davon muss ich glaube ich gar nicht erst anfangen zu berichten.

Bei beiden Kindern hatte ich Klinikgeburten – und beide Male hat man mich wirklich toll begleitet! Ich werde ganz bestimmt diese tolle einfühlsame Frau, die mich in der besonderen Situation des Kleinen unterstützt hat, nie vergessen. Sie sprach mir Mut zu. Vorher und nachher. Sie hielt meine Hand, als man mich für den Kaiserschnitt vorbereitete. Spendete mir Kraft. Zeigte mir den Kleinen, bevor er zu den Kinderärzten kam. Kam nach dem Kaiserschnitt zu mir, um mich zu trösten. Schaute nach dem Dienst nochmal auf meinem Zimmer vorbei, um mir ein paar liebe Worte zu spenden. Gab mir ein kleines Armband mit dem Namen vom Kleinen (dass die Babys sonst ja eigentlich ums Handgelenk tragen), damit ich wenigstens irgendetwas von ihm habe. Sie hat mir wirklich geholfen, einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht vollkommen durchzudrehen. Und ich danke ihr. Von Herzen. Wie wäre es gewesen, ohne Hebamme im Krankenhaus? Ich glaube kaum, dass sich jemand Zeit für mein seelisches Wohl genommen hätte. Und ich hoffe von Herzen, dass der Hebammenmangel nicht irgendwann dazu führen wird – dass Frauen allein sind, in diesen besonderen Situationen.

Wir brauchen unsere Hebammen!

Heute genauso sehr, wie schon immer. Der Hebammenmangel in Deutschland ist kein neues Thema und leider auch keines, was sich einfach von selbst erledigt. Viel tun kann man alleine nicht – außer, darauf aufmerksam zu machen. Immer und immer wieder. In der Hoffnung, dass sich Politik und Krankenkassen dieser Thematik endlich annehmen. Für weiterführende Informationen zu diesem Thema kann ich euch diese Seite vom deutschen Hebammenverband ans Herz legen.

welthebammentag

Und ihr? Wofür seid ihr eurer Hebamme (am Welthebammentag und allen anderen Tagen auch) dankbar?

Liebste Grüße,

Juli