Mein Projekt #sewonly2018 hat mich nicht nur in meinem Bekleidungs-Konsum zum Umdenken bewegt, sondern auch in anderen Bereichen zum Nachdenken gebracht. Welche Pflegeprodukte und dekorative Kosmetik benutze ich und was ist da eigentlich drin? Lange habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht und war schon ein bisschen schockiert, als ich mir die Inhaltsstoffe ein bisschen näher angeschaut habe.

Mikroplastik, hormonell wirkende, krebsverursachende Stoffe…

… und noch ganz viele andere Dinge versteckten sich in dieser langen Liste voller Fremdwörter. Geholfen bei der „Analyse“ hat mir Codecheck (gibt es auch als App mit Barcode-Scanner). Dort kann man einfach eingeben, welches Produkt man benutzt und sich die Einstufungen ansehen. Außerdem gibt es zu jedem Inhaltsstoff eine ausführliche Erklärung! Ich möchte mal an dem Beispiel meiner ehemaligen Foundation aufzeigen, welches Gift ich da tagtäglich genutzt habe.

Catrice HD Liquid in Light Beige

Unbedenklich – 14 Stoffe

Leicht bedenklich – 7 Stoffe; davon 3 Silikone (schlecht für die Umwelt, gelangen ins Trinkwasser); Benzoesäure (evtl. hormonell wirksam), Phenoxyethanol (Verdacht auf Störung des Nerven- und Immunsystem), HDI (künstliches Polymer aus Erdöl), Paraffin (aus Erdöl)

Bedenklich – 3 Stoffe; davon 2 Silikone, Aluminium Hydroxide (steht im Verdacht Brustkrebs zu verursachen)

Enthält Mikroplastik

Individuelle Bewertung – 4 Stoffe; davon einer potenziell krebserregend (in Studien zeigte sich Tumorbildung)

Enthält Palmöl

Eine tolle Liste, oder? Mir wurde beim Lesen auf jeden Fall ganz anders…

Mikroplastik Kosmetik

 

Was ist aber nun eigentlich das Problem an Mikroplastik Kosmetik?

Erst einmal ist Mikroplastik nicht wirklich schädlich für die Haut. Für die Umwelt allerdings schon. Die winzigen Teilchen gelangen ungehemmt in die Flüsse und Meere (zum Beispiel beim abendlichen Abschminken oder Waschen), wo sie zu einem riesigen Problem werden können. Dass Plastik in den Gewässern nichts verloren hat und was es dort anrichtet, brauche ich ja hoffentlich niemandem erzählen. Wenn man es richtig perfekt machen wöllte, dann müsste ich wahrscheinlich auf jegliches Kosmetikprodukt verzichten, denn alles hat außerdem eine Plastikumverpackung. Das funktioniert – für mich – im Moment leider noch nicht, aber auch hier werde ich auf jeden Fall weiter nach Alternativprodukten Ausschau halten, um meinen ökologischen Fußabdruck weiter zu verringern.

Übrigens: ist Mikroplastik in den Produkten, sind in 99% der Fälle auch andere, giftige Stoffe enthalten, die sich direkt schädigend auf den menschlichen Körper auswirken können. Ich denke, das sieht man ganz gut anhand meines oben aufgeführten Beispiels. Und das sollte schon Grund genug sein, Mikroplastik Kosmetik zu meiden.

 

Nun möchte ich euch aber noch die Produkte, die ich im Moment nutze, ein bisschen näher vorstellen. Vielleicht ist ja für den ein oder anderen auch etwas dabei!

Tägliche Pflege

Für die Gesichtsreinigung benutze ich „Movis“ von Lush. Da ist zwar Sodium Hydroxid enthalten (möglicherweise toxisch oder gesundheitsschädlich, eine entsprechende Untersuchung steht aus), aber etwas anderes habe ich noch nicht gefunden, was meinen Vorstellungen entspricht. Bei der Gesichtscreme nutze ich die Tagescreme mit Iris von Weleda, die wirklich toll pflegt. Allerdings ist der Geruch sehr intensiv. Eine Gesichtsmaske zu finden war nicht ganz so einfach. Aber auch hier ist es ein Lush-Produkt geworden: Cup O’Coffee. Das pflegt und erfrischt die Haut ganz toll und beim Abspülen hat man gleich noch einen Peeling-Effekt. Unbedingt in der Dusche oder Badewanne anwenden! Die Maske ist sehr ergiebig und hält wirklich lange.

Mikroplastik Kosmetik

Dekorative Kosmetik

Okay. Hier hat es einige Anläufe gebraucht, bis ich die für mich passenden Produkte gefunden habe. In den Drogerien gibt es zwar mittlerweile allerlei Naturkosmetik, aber Vieles ist in der Anwendung einfach katastrophal. Wirklich. Leider. Die Foundation wird fleckig oder die Produkte halten einfach nicht den ganzen Tag. Oft decken sie auch einfach nicht zuverlässig ab. Ganz zufrieden bin ich mit den Artikeln von Dr. Hauschka. Sie decken gut und halten zwar den ganzen Tag, allerdings ist der hellste Farbton für meine Haut im Moment noch ein bisschen dunkel. Im Sommer sieht das aber bestimmt anders aus, also bewahre ich sie so lang einfach auf. Und ganz wichtig: man muss unbedingt einen Primer nutzen, sonst wird das Ergebnis leider nicht ideal. Den von puroBio kann ich uneingeschränkt empfehlen.

Mikroplastik Kosmetik

Für die dunkle Jahreszeit benutze ich nun eine Mineral Foundation von Uoga Uoga und dazu den Concealer von Dr. Hauschka für das Abdecken von Pickeln. Bei Bedarf nutze ich auch noch das Puder von Benecos dazu. Auch der Augenbrauenstift von Benecos ist super (und so günstig!). Als Rouge habe ich eines von Lily Lolo gekauft und bin auch damit super zufrieden. Die Farbe ist toll und das Produkt mega ergiebig! Mit dem Mascara von Lavera bin ich noch nicht zu 100% zufrieden, denn leider ist er nicht wasserfest und so sieht man ganz schnell mal aus wie ein Panda. Hier werde ich also auf jeden Fall noch etwas anderes ausprobieren.

Mikroplastik Kosmetik

Körperpflege

Für ein entspannendes Bad kaufe ich gerne die Badebomben von Lush. Duschgel gibt es von den gängigen Naturkosmetik-Marken auch genug, meins ist von Bio Happy und riecht traumhaft! Haarprodukte nutze ich momentan von Alverde (Testsieger bei Öko-Test). Auch bei der Zahnpasta sind wir auf ein Produkt von Alverde umgestiegen.

Mikroplastik Kosmetik

Wie ist das bei euch? Nutzt ihr ganz normale Drogeriekosmetik, achtet ihr auf die Inhaltsstoffe? Wenn nein, warum nicht? Falls ihr Naturkosmetik benutzt, warum seid ihr umgestiegen? Und falls ihr noch andere „Geheimtipps“ für schadstofffreie dekorative Kosmetik oder Körperpflegeprodukte kennen solltet, dann verratet es mir gern in den Kommentaren!

Liebste Grüße,

Juli