Die Eingewöhnung in die Krippe geht mit unserem Tagebuch in die zweite Runde. Den ersten Teil findet ihr hier.

 

12von12 September12. September (Montag)

Mika ist schon zum Frühstück etwas unleidlich. Er sieht müde aus und wirkt nicht besonders glücklich, als ich ihn ins Auto setze. In der Kita angekommen verabschiede ich mich von ihm und übergebe ihn an die Erzieherin. Als ich den Raum verlasse, fängt er an zu weinen. Durch die Glasscheibe kann ich beobachten, dass er ganz lieb getröstet wird und sich sehr schnell beruhigen lässt. Ich warte noch einige Minuten, bis ich nach Hause fahre. 10.15 Uhr hole ich ihn wieder ab. Er freut sich, mich zu sehen und eine seiner Erzieherinnen berichtet mir, dass er beim Morgenkreis ganz gespannt der erzählten Geschichte gelauscht hat und zum Schluss sogar applaudiert hat, weil er sie so toll fand. Ich denke wehmütig, dass ich das zu gern gesehen hätte. Zu Hause angekommen gibt es ein schnelles Mittag und er scheint froh zu sein, endlich schlafen zu können.

 

13. September (Dienstag)

Der Mäuserich hat unglaublich gute Laune, als er aufwacht. Wir fahren nach dem Frühstück in die Kita. Im Gruppenraum ist niemand zu finden, denn bei dem schönen Wetter sind alle Kinder schon im Freien. Wir gehen also hinaus und ich übergebe ihn an die Erzieherin, bespreche kurz noch etwas mit ihr und verabschiede mich dann von Mika. Als er sieht, dass ich gehe, jammert er kurz, hat beim Sandkasten angekommen aber wahrscheinlich schon vergessen, warum. Ich gehe kurz in die obere Etage und beobachte ihn noch ein paar Minuten. Dann fahre ich nach Hause. Heute soll er zum ersten mal mit Mittag essen, deswegen hole ich ihn erst um 11 Uhr ab. Als ich ankomme, sitzt seine Gruppe noch draußen, denn dort wurde heute gegessen. Mika grinst, als er mich sieht. Die Erzieherinnen erzählen, dass er alles artig aufgegessen hat und auch sonst viel Spaß hatte – den ganzen Tag läuft er umher und erkundet den Garten. Außerdem wird er als „Goldstück“ bezeichnet, was mich wirklich sehr freut.

 

Eingewöhnung in die Krippe14. September (Mittwoch)

Auch heute sind schon wieder alle Kinder im Garten, als wir kurz vor 9 Uhr ankommen. Mika weint wieder kurz bei der Verabschiedung, lässt sich von der Erzieherin aber schnell beruhigen und ablenken. Ich schaue noch ein paar Minuten von der oberen Etage aus zu, wie der Morgenkreis mit allen Kindern der verschiedenen Gruppen im Freien stattfindet. Mittendrin sitzt mein kleiner Mann und lauscht ganz gespannt der Erzieherin, die ein Lied singt und dazu Gitarre spielt. Nach dem Mittag hole ich ihn wieder um 11 Uhr ab. Mir wird erzählt, dass er einen tollen Tag hatte, alles aufgegessen hat und auch sonst nicht mehr geweint hat. Die Erzieherin erklärt mir noch, dass er deswegen andere Kleidung trägt, weil heute mit Wasser gematscht wurde und er gleich anschließend noch ein bisschen im Sandkasten gewühlt hat. Er war also schöööön schmutzig, ließ sich aber anstandslos waschen und umziehen. Zu Hause angekommen hält er ganz schnell seinen Mittagsschlaf.

 

15. September (Donnerstag)Eingewöhnung in die Krippe

Wieder bringe ich Mika gleich in den Garten zu den anderen Kindern und seinen Erzieherinnen. Als ich ihn abgebe, jammert er wieder kurz, hört aber schon nach wenigen Sekunden auf, als er in den Sandkasten auf einen Mini-Bagger gesetzt wird und sofort mit dem „Arbeiten“ beginnt. Ich fahre anschließend nach Hause, habe Zeit in Ruhe zu staubsaugen, nehme meinen Zahnarzt-Termin wahr und hole Mika pünktlich um 11 Uhr ab. Heute sitzt er zum Mittag nicht im Stühlchen, sondern auf einer Bank am Tisch. Ich bin ganz erstaunt, dass er zum Mittag freiwillig dort sitzen bleibt… 😀 Zu Hause würde das im Leben nicht funktionieren. Wieder gibt es keinerlei Probleme zu vermelden. Wir fahren wieder zurück und er hält sein wohlverdientes Schläfchen nach einem so langen Tag.

 

Eingewöhnung in die Krippe16. September (Freitag)

Mika kommt mir am Morgen weniger euphorisch vor, als die letzten Tage. Am Kindergarten angekommen strahlt er gar nicht, als ich ihn aus dem Auto hole. Heute ist es ein wenig kühl, darum bringe ich ihn zu seiner Gruppe in den Gruppenraum. Er geht anstandslos zur Erzieherin auf den Arm, weint aber, als ich gehe. Wieder warte ich kurz vor der Tür. Glücklicherweise beruhigt er sich sehr schnell und ich kann nach Hause fahren. Als ich ihn nach dem Mittag abhole, berichtet mir die Erzieherin, er habe heute kurz geweint, ließ sich aber beruhigen. Sie vermutet, dass er vielleicht ein bisschen müde ist, weil er sich immer wieder ans Ohr gegriffen und die Augen gerieben hat. Das klingt ziemlich plausibel, es war ja auch eine anstrengende Woche für ihn! Wir fahren wieder nach Hause und er scheint froh zu sein, endlich in seinem Bett zu liegen.

 

Und jetzt! Hoch die Hände, Wochenende!

Ende nächster Woche soll Mika schon seinen Mittagsschlaf in der Kita machen. Ich denke, auch das wird er gut meistern. Mir macht nur das Weinen beim abgeben ein wenig Sorgen…

 

Habt einen schönen Freitag!

Liebste Grüße,

Juli