Bio/Öko-Kleidung – Warum eigentlich?

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Seit einiger Zeit beschäftige ich mich viel intensiver damit, was Mika da eigentlich an seinem Körper trägt. Dass Kleidung oft schadstoffbelastet ist, wird für viele ja nun keine bahnbrechende Neuigkeit sein. Ständig kommt Öko-Test mit neuen, zum Teil erschreckenden Ergebnissen um die Ecke. Trotzdem achtet man beim Kauf in der Regel nur darauf, dass es schick aussieht und möglichst günstig ist. So zumindest war es immer bei mir. Das soll sich aber in Zukunft ändern!

 

Was zeichnet Bio- und Ökomode eigentlich aus?

Damit sich ein Label diesen Stempel selbst aufdrücken darf, müssen Einige Voraussetzungen erfüllt werden. Damit das dem Verbraucher auch beim Kauf sichtbar gemacht wird, sind die verschiedensten Siegel an der Kleidung angebracht. Ich möchte nur auf die gängigsten eingehen.

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Dies ist wohl das Bekannteste Siegel von allen. Es ist weltweit gültig und garantiert, dass mindestens 90% Naturfasern (Baumwolle, Hanf, Leinen, Seide, Schurwolle) in einem Produkt enthalten sind. 70% davon müssen aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) bzw. kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) stammen. Weiterhin werden Ausnahmen bei kupferhaltigen Farben, der Verwendung von Natronlauge und optischen Aufhellern gemacht. Knöpfe, Stickgarne und sonstige Accessoires dürfen aus Kunststoff und Viskose sein.

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Dieses Siegel orientiert sich an der Gesetzgebung der europäischen Union und gilt für die Zertifizierung von Produktionskette und den sozialen Bedingungen bei der Herstellung. Derzeit ist es der höchste Standard, den es gibt. Stoffe müssen aus 100% Naturfaser bestehen und produzierende Betriebe müssen einer strengen Umweltpolitik folgen. Beim Färben, Spinnen, Nähen und Stricken dürfen keine Stoffe eingesetzt werden, die unter der EU-Richtlinie 67/548 gelistet sind, bei der Verpackung darf kein PVC verwendet werde und alle Transportwege und –mittel müssen lückenlos dokumentiert werden. Ausnahmen gibt es nur bei elastischen Stoffen, denn da dürfen Textilien synthetische Fasern bis zu 5% enthalten.

oekotexlogo1Öko-Tex

Insgesamt zählen drei Zertifikate zum Öko-Tex-Siegel. Der Öko-Tex Standard 100 zertifiziert bei Textilprodukten die Schadstoffarmut. Das bedeutet: je enger der Hautkontakt, umso weniger schädliche Rückstände darf die Kleidung haben. Öko-Tex Standard 1.000 zertifiziert die Produktionsstätten. Es müssen bestimmte Umwelt- und Sozialstandards erfüllt werden. Beim Öko-Tex Standard 100plus vereinen sich die Kriterien von Öko-Tex 100 und Öko-Tex 1.000. Jedoch sind die Anforderungen aller Öko-Tex Zertifikate schwächer, als zum Beispiel bei den Zertifikaten Faitrade und Naturtextil.

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Das Fairtrade Siegel beschränkt sich nur auf die sozialen Bedingungen, wie etwa die Überprüfung sozialer Standards in den Produktionsbetrieben, beim Anbau und der Weiterverarbeitung. Es gibt keine Auskunft über die Herkunft der verwendeten Fasern. Nur 20% der verwendeten Baumwollfasern stammen zum Beispiel aus ökologischem Anbau.

 

Vorurteile gegenüber „grüner Mode“

  1. Zu teuer – Das stimmt nur noch teilweise. Oft kann man das ein oder andere Lieblingsstück irgendwo im Sale ergattern. Einige der bekannten Marken haben mittlerweile auch Bio-Kleidung im Programm. Oder man kauft die Sachen einfach gebraucht.
  2. Zu langweilig – Das stimmt nur teilweise. Klar, in einigen Shops gibt es nur die altbekannten Basics in rosa, hellblau oder beige. Die „neueren“ Labels haben aber oft auch wirklich tolle und farbenfrohe Stücke zur Auswahl.
  3. „Früher“ brauchte auch keiner Bio-Mode – Das mag stimmen. Ich höre dieses Argument sehr oft. Einerseits denke ich mir, dass Textilien früher vielleicht noch gar nicht in dem Maße schadstoffbelastet waren, wie sie es heute sind. Andererseits ist die Informationsquelle Internet Fluch und Segen: hätten unsere Eltern und Großeltern gewusst, was da teilweise in der Kleidung steckt, hätten sie sicherlich auch zu Alternativen gegriffen. Man will ja im Prinzip auch nur das Beste für sein Kind.

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Warum möchte ich jetzt den Kleiderschrank auf Bio-Mode „umstellen“?

Das hat mehrere Gründe. Einerseits möchte ich bewusster kaufen und nicht mehr absolut unbedacht konsumieren. Ich will wissen, was genau mein Kind (und auch ich!) da trägt. Es ist total erschreckend, was sich teilweise in den Textilien befindet. Irgendwie fühlt es sich einfach nicht richtig an Mika etwas anzuziehen, was Stoffe enthält, die ihm auf kurz oder lang schaden. Wenn man sich ein wenig mit der Materie auseinander setzt, wird einem auch die Daseinsberechtigung diverser Siegel erst einmal so richtig bewusst. Klar habe ich auch hin und wieder Bio-Mode gekauft, aber eben nichts ausschließlich. Auch bei mir selbst möchte ich nun in Zukunft darauf achten. Ein letzter und nicht ganz unwichtiger Punkt ist die Qualität: die Kinderkleidung mancher Mode-Riesen ist zum Teil katastrophal. Die Stoffe fühlen sich minderwertig an, die Kleidungsstücke riechen seltsam, sind nach einmal waschen ausgeleiert oder der Druck ist dahin. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir so etwas bei Kleidung mit entsprechenden Gütesiegeln bisher noch nicht passiert ist.

 

IMG_4368Neue Blog-Kategorie

Ich werde in Zukunft das ein oder andere Label, welches sich als „Öko“ bezeichnen darf, auf meinem Blog mit dazugehörigem Kleidungsstück vorstellen. Finden kann man es dann ganz einfach unter der Kategorie „Bio-Mode“.

Letztendlich bleibt nur noch zu sagen, dass der Kauf von „grüner Mode“ – wie auch alles andere, was die eigenen Kinder anbelangt – eine absolut individuelle Entscheidung ist. Jeder sollte tun, was er für richtig hält. Wenn jemand Bio-Kleidung für unnötig erachtet, dann ist es eben so. Allerdings sollte man auch niemanden verurteilen, der sich dafür entscheidet.

 

Liebste Grüße,

Juli

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Hier schreibe ich, Juli(a), über alle Themen das Mamawerden und Mamaseins, gepaart mit meinen kreativen Ausbrüchen, die ich immer mal wieder habe.
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2 KOMMENTARE

  1. Hallo Juli, einen ähnlichen Prozess hat unser Kleiderschrank auch durchlebt! Ich finde das selber nähen erleichtert den Umstieg, da es ne Menge kindertauglicher nicht blaurosaner Stoffe in Bioqualität gibt! Fühlen sich auch auf der Haut besser an und man schwitzt nicht so leicht. Lillestoff ist der Klassiker, aber auch viele Eigenproduktionen haben Gots. Albstoffe kann ich sehr empfehlen. Bin gespannt auf die neue Rubrik!
    Liebe Grüße Tina

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