img_0355Auf den allerletzten Drücker möchte ich nun noch bei der Blogparade von Phinabelle mitmachen. So nach dem Motto: besser spät als nie. 🙂

1. Kinderwunsch

Die Pille hatte ich bereits im Oktober 2013 abgesetzt, richtig für ein Kind entschieden wir uns dann im August 2014. Ich errechnete meinen Eisprung für den kommenden Monat und hielt tatsächlich den positiven Test im September 2014 in der Hand. Bäm. Im ersten Moment war ich total geschockt, dass es so schnell ging. Gleich danach kam aber unbändige Freude auf.

2. Schwangerschaft

Durch meinen Beruf bin ich bereits im Dezember 2014 im Beschäftigungsverbot gelandet. Allerdings konnte ich so meine Schwangerschaft wirklich genießen, die zum Glück insgesamt sehr komplikationslos verlief.

Am Anfang – etwa die ersten 12 Wochen – hatte ich abends und nachts immer ganz schreckliche Unterleibskrämpfe. Mit einer Wärmflasche wurde es dann etwas besser. Allerdings rechnete ich zu dieser Zeit immer mit einem Abgang, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass das normal ist. Aber scheinbar waren es doch nur die Mutterbänder… dazu gesellte sich eine schreckliche Müdigkeit. Auf Arbeit hätte ich im Stehen einschlafen können. Auch essen konnte ich so gut wie nichts, weil mir von fast allem schlecht wurde. Allein der Geruch von Fleisch löste schon einen Würgereflex in mir aus. Die Übelkeit lies dann etwa in der 20. Woche nach, wurde aber sogleich von Sodbrennen abgelöst, was ich quasi von fast allem bekam. Zum Schluss musste ich nachts halb sitzend schlafen, weil die Magensäure sich sonst unbarmherzig ihren Weg nach oben bahnte. Mika hatte es sich eben ziemlich weit oben bequem gemacht.

Gegen Ende hatte ich furchtbare Wassereinlagerungen und kam kaum noch in meine Schuhe hinein.

Mika war ein ziemlich ruhiges Bauchbaby. Ab und an meldete er sich, aber seine Tritte waren nie wirklich schmerzhaft. Schluckauf hatte er aber quasi jeden Abend, was mich immer ziemlich erheiterte. Insgesamt fand ich das schwanger sein ziemlich toll.

3. Geburt

Der ET wäre am 29.05.2015 gewesen, Mika hatte aber beschlossen, sich lieber ein bisschen Zeit zu lassen. Das ging mir ehrlich gesagt ziemlich auf die Nerven, denn schon zwei Wochen vorher konnte ich es schon nicht mehr erwarten. Ich wollte endlich mein Baby im Arm halten! Ich habe geputzt und bin quasi permanent spazieren gegangen. Aber es tat sich – nichts. Keine Wehe auf dem CTG, kein einziges Mal.

Am 04.06.2015 gingen wir wie gewohnt ins Bett, ich konnte allerdings nicht einschlafen. Ich war ganz unruhig und ging etwa zehn Mal auf die Toilette, weil ich dachte, ich müsste mal. Um 0.15 Uhr merkte ich dann, wie auf dem erneuten weg ins Bad meine Hose nass wurde. ‚Das war dann wohl die Fruchtblase‘, dachte ich mir. So war es dann auch. Wir setzten uns ins Auto und machten uns auf den Weg in die Klinik, auf der Fahrt bekam ich gaaaaaaanz leichte Wehen. Im Kreissaal wurde noch ein CTG gemacht und die Hebamme prophezeite, dass es noch dauern würde. Mein Freund wurde nach Hause geschickt und ich sollte auf der Wöchnerinnenstation versuchen, noch ein bisschen zu schlafen. Aufgrund zunehmender Wehen erwies sich das aber als erfolglos.

Gegen 6.00 Uhr ging ich duschen, rief meinen Freund an und machte mich auf den Weg zum Kreissaal. Nach einem erneuten CTG wollte ich noch eine Runde spazieren gehen. An jedem Baum musste ich stehen bleiben und Wehen veratmen – sah bestimmt witzig aus, wenn ich jetzt so darüber nachdenke.

Etwa um 7.00 Uhr gingen wir zurück in den Kreissaal und ich bekam ein Zimmer zugeteilt. Ab hier weiß ich nicht mehr alles ganz so detailliert und es ist auch alles ein bisschen wirr. Also nicht wundern 😉 Ich hatte Schmerzen und dachte mir permanent ‚Und das soll wirklich noch schmerzhafter werden!?‘. Mika begann, beizeiten zu schieben und eine Hebamme musste den Muttermund manuell um etwa 3cm „aufdehnen“. Wie angenehm das war, kann man sich bestimmt vorstellen. Ich wollte eine PDA, meine betreuende Hebamme rief die Oberärztin, die verweigerte es. So würden wir das Ganze „unnötig in die Länge ziehen“. Ich wäre ihr am liebsten an den Hals gesprungen, wahrscheinlich hatte sie aber Recht. Die Schmerzen waren echt fies und bald kam eine andere Ärztin nebst Assistenzärztin hinzu. Ich presste schon seit einer halben Ewigkeit, aber irgendwie tat sich nichts. Es war ein ganz komisches Gefühl, es war, als würde er immer wieder „zurück rutschen“. Irgendwann drückte die Ärztin von oben auf meinen Bauch, die Hebamme versuchte von unten zu ziehen und nach einer weiteren Ewigkeit war Mika dann endlich da! Um 11.37 Uhr hatten wir es endlich geschafft. Die Hebamme bezeichnete ihn als „Baby mit Special Effects“, als sie ihn mir gab – er hatte sich nämlich dafür entschieden, ein Sternengucker zu sein. Das erklärte dann auch die ewigen Presswehen.

Aber das war mir so egal in diesem Moment, als er dann endlich in meinen Armen lag. Mein Baby, mein Mika. Ganz still schaute er sich um und verstand gar nicht, was das sollte. Nun war ich also Mama. Und er war so ein tolles, perfektes Baby.

Eigentlich hatte ich ambulant entbinden wollen, hatte dann aber blöderweise eine Atonie 1. Grades und musste noch zwei Tage im Krankenhaus bleiben. Im Nachhinein finde ich das noch immer sehr schade, dass wir die ersten Tage nicht nur als Familie zu Hause verbringen konnten. Andererseits kann ich aber auch froh sein, dass ich noch so glimpflich davongekommen bin und mir vor allem eine OP erspart bleib.

 

Das ist sie also – meine Wahrheit über’s Kinderkriegen. Ganz ehrlich? Würde ich jederzeit wieder machen! Ich hatte eine schöne Schwangerschaft, eine zugegebenermaßen anstrengende Geburt, aber dafür jetzt einen ganz wundervollen Jungen. Er ist so ein tolles Kind und ich bin wirklich glücklich, ihn zu haben.

 

So, ich schwelge dann mal noch ein bisschen in Erinnerungen.

Liebste Grüße,

Juli